Bus und U-Bahn – eine gute Alternative zum Auto

19 Dezember 2006 von lebenswert

Man kann es sich kaum vorstellen, aber die Hälfte aller Autofahrten sind unter als 5 Kilometern. Dabei spart es nicht nur Geld, sondern erhöht auch die Lebensqualität, wenn man kürzere Strecken zu Fuß geht oder mit dem Fahrrad fährt. Ziele bis zu 1,5 km sind innerhalb von 20 Minuten ohne Schwierigkeiten zu Fuss zu erreichen. Für Strecken bis zu 5 km (ebenfalls innerhalb von 20 Minuten) ist das Fahrrad das ideale Verkehrsmittel . Es ist schnell, wendig und verbraucht keinen teuren Sprit. Gleichzeitig hält es den Benutzer fit und gesund.

Bei längeren Strecken sind dagegen Bus, Straßen- und U-Bahn eine gute Alternative zum Auto. Die öffentlichen Verkehrsmittel können durchaus preiswert, schnell und bequem sein. Informationen zu den einzelnen örtlichen Nahverkehrsunternehmen kann man im Nahverkehrswegweiser (1) finden. Man sollte sich über das Streckennetz, das in der Regel durch Verkehrsverbünde über den eigenen Ort hinausreicht, kundig machen und die Tarife, die Preise der Einzeltickets und der speziellen Angebote, studieren. Nur wenige Städte haben Sozialrabatte für Alg II-Empfänger. In fast allen Städten aber gibt es besondere preisreduzierte Monatstickets für Leute über 60 Jahre oder Leute, die ab 9 Uhr außerhalb der morgendlichen Verkehrsspitzen fahren können. Aber checken Sie, ob man diese Tickets auch auf eine andere Person übertragen kann und ob man mit ihnen am Wochenende oder abends auch andere Personen mitnehmen kann. Denn bei monatlichen Preisen zwischen ca. 35 bis 45 Euro rechnen sich diese Karten nur, wenn man sie zu zweit, mit einem Partner im gleichen Haushalt, nutzen kann.

Der Regelsatz für einen AlgII-Empfänger kalkuliert monatlich etwa 20 € Mobilitätskosten ein, und man sollte, wenn man mit dieser staatlichen Leistung auskommen will und muss, auch mit dieser Höhe planen. Dies schafft man allerdings nur, wenn man sich vor allem mit dem Fahrrad bewegt und den öffentlichen Nahverkehr nur sparsam und gezielt nutzt. Kauft man regelmäßig gleich zu Beginn des Monats Einzeltickets im Wert von etwa 20 € (beispielsweise in Düsseldorf drei Vierertickets à 6,90, zusammen 20, 70 €), dann entwickelt man ein gutes Gefühl dafür, wie oft man im Monat die Straßenbahn nutzen kann und wieviel Tickets jeweils bis Monatsende noch übrig sind.

Alles was regelmäßig anfällt, etwa der Einkauf im Verbrauchermarkt oder in der Drogerie, der Besuch in der Stadtbibliothek oder beim Sportverein, dies sollte man in einem Radius von höchstens 5 km suchen und mit dem Fahrrad erledigen. Weiss man nicht, wo im Umkreis ein Aldi oder der nächste Augenarzt ist, so kann man dies in der Lokalen Suche von Google (2) inzwischen besser als in den Gelben Seiten herausfinden. Man definiert die eigene Adresse als Standard-Standort, schreibt in das Unternehmen-Eingabefeld das Stichwort “Augenarzt” und erhält auf einem übersichtlichen Stadtplan Adressen und Telefonnummern der umliegenden Augenärzte, die jeweilige Entfernung in Kilometern und falls gewünscht eine ausdruckbare (Fahrrad-) Route zu diesem Augenarzt. Die einzelnen gesuchten Adressen, Routen und Stadtplan-Ausschnitte kann man bei Google speichern und damit für den schnellen Zugriff verfügbar machen.

Sucht man dagegen die Routen des öffentlichen Nahverkehrs, so kann man neben der “erweiterten Suche” der Bundesbahn, die ebenfalls die innerstädtischen Verbindungen enthält, auch die Delfi-Fahrplanauskunft (3) einsetzen, die Verbindungs-Daten aller deutschen Nahverkehrsunternehmen enthält. Man trägt Standortadresse und Zieladresse ein und erhält eine aktuelle Auskunft, die den Weg per Bahn und Bus, die notwendigen Fußwege und Umstiegsorte umfasst. Bei einigen Nahverkehrsunternehmen ist diese Fahrplanauskunft zur besseren Orientierung auch mit einem Stadtplan verknüpft.

Im erweiterten Dialog der Delfi-Fahrplanauskunft sind auch Wünsche zu definieren, wie Mobilitätseinschränkung (kann keine festen Treppen benutzen) oder der Wunsch, das Fahrrad mitzunehmen. Denn die meisten Unternehmen des öffentlichen Nahverkehrs gestatten gegen eine Gebühr die Fahrradmitnahme außerhalb der Verkehrsspitzen (d.h. Mo.-Fr. nach 9.00 Uhr und grundsätzlich am Wochenende). Damit ist die Mobilität von allen, die in erster Linie radfahren, auch bei plötzlich schlechtem Wetter gesichert.

Bleibt nur noch, wenn man sich ohne Auto – zu Fuß, mit Rad und öffentlichem Nahverkehr bewegt, das Transport-Problem. Viele Menschen machen ihre Einkäufe allein deshalb mit dem eigenen Auto, weil ihnen der Warentransport sonst zu beschwerlich erscheint. Doch es gibt Alternativen. Gerade schwere oder sperrige Waren werden von vielen Geschäften nach dem Kauf auf Wunsch angeliefert – in der Regel gegen einen kleinen Aufpreis. Oder man annonciert den Transportwunsch (4). Für kleinere Transporte, stehen auch die Taxis zur Verfügung. Den täglichen, regelmäßigen Einkauf jedoch kann man ohne größere Probleme zu Fuß in Rucksack oder Rolltasche und mit dem Rad in Satteltaschen, Körben oder Radanhängern nach Hause transportieren.

1 www.lokomotive.de/fahrplan/

2 http://maps.google.de

3 www.delfi.de/html/50_fahrplanauskunft.htm

4 www.raumobil.de

Mit der Bahn auf Tagestour

16 Dezember 2006 von lebenswert

In der Nachtbarstadt läuft eine kostbare Ausstellung im Museum. Ein öffentliches Feuerwerk flussaufwärts lockt. Die Musikgruppe, die man unbedingt einmal live sehen wollte, tritt nur einmal in der Region auf – und das achtzig Kilometer entfernt. Es gibt immer wieder Gründe und auch Lust, den eigenen Wohnort zu verlassen und sich für eine Veranstaltung ins Umland zu bewegen. Ohne Auto geht das nicht, klagen manche. Mit wenig Geld in der Tasche sei man einfach unbeweglich. Nun, – jede Woche wird man es sich nicht leisten können, aber mit der Bahn ist eine Tagestour kein “Luxus”.

Zunächst geht es darum, zu erfahren, wo und wann die gewünschte Veranstaltung stattfindet. Überregional interessante Ausstellungen und Theateraufführungen sind auf der Website der ZEIT aufzufinden (1). Konzerte, Musicals und Sport-Events auf der Website von Eventim (2). Hier kann man auch gleich prüfen, ob noch Tickets vorrätig sind und zu welchen Preisen. Bei Eventim lassen sich auch fast alle Großveranstaltungen übers Internet buchen. Sollte es keine Karten mehr geben, lohnt ein Blick in den Ticket-Markt von Ebay. Weniger kompliziert ist alles, wenn man kein Ticket benötigt, allein einen öffentlichen Markt besuchen oder nur in der Stadt bummeln, sie besichtigen will.

Nun ist die Frage von Hin- und Rückfahrt zu klären. Die erste Adresse ist in diesem Fall die Bahn (3). Auf der erweiterten Suchseite ist es möglich, mit der Einstellung “Nur Nahverkehr” bei den Verkehrsmitteln die Verbindungen von der Straße im eigenen Wohnort bis zur Veranstaltungsadresse am Zielort herauszufinden, inklusive der städtischen Strassenbahn- und U-Bahnlinien am Wohn- und Zielort. Ebenso ist auf dieser Seite zu klären, ob man nach Veranstaltungsende, z. B. um 22.30, noch mit Bus und Bahn zum Wohnort zurückfahren kann. Und um diese möglichen Rückfahrts-Zeiten in der Tasche zu haben, kann man sie mit der Funktion des “Persönlichen Fahrplans” (4) auch gleich ausdrucken.

Bei Tagestouren lohnen sich die regionalen Ticketangebote der Bahn (5). Ein „Schönes-Wochenende“-Ticket kostet 30 €. Damit können bis zu 5 Personen an einem Samstag oder Sonntag von 0 Uhr bis 3 Uhr am Folgetag bundesweit gemeinsam reisen. Es gilt in allen Nahverkehrszügen (S-Bahn, RB, RE, IRE) und für Fahrten der meisten Nahverkehrs-Verbünde. Wer das Wochenendticket erst im Zug kauft, muss allerdings 3 € drauflegen. Das “Länder”-Ticket kostet 22 € bis 27 €. Damit können bis zu 5 Personen an einem Tag zwischen Montag und Freitag von 9 Uhr bis 3 Uhr am Folgetag (an Wochenfeiertagen ganztägig), sowie samstags oder sonntags von 0.00 Uhr bis 3.00 des Folgetags durch ein ganzes Bundesland, etwa NRW, fahren. Das Länder-Ticket gilt in Nahverkehrszügen und vielen Nahverkehrs-Verbänden. Es ist am Automaten und im Internet erhältlich, am Schalter 2 € teurer. In einigen Bundesländern gibt es auch Nachtschwärmer-Tickets und Tickets für Einzelreisende!

Da mit diesen Tickets jeweils mehrere Personen reisen können, haben sich im Internet Treffpunkte organisiert, um Mitreisende für die Bahnfahrt zu finden und so gemeinsam zu sparen. Ticket-Teilen (6) beispielsweise wird vom VCD (Verkehrsclub Deutschland) organisiert. Wenn man im bestehenden Mitreiseangebot seinen Wunschbahnhof nicht findet, sollte man einfach nach Bahnhöfen suchen, die vor oder hinter dem eigenen Start- oder Zielort liegen. Oft ist es günstiger, gemeinsam mit anderen ein Ticket zu einem entfernteren Bahnhof zu teilen und später ein- bzw. früher auszusteigen, als allein zu reisen. Sollte es nicht möglich sein, Mitreisende für eine Bahnfahrt zu finden, so kann es auch sinnvoll sein, in den Angeboten der Mitreisezentralen für Autofahrer zu suchen (7). Vielleicht gibt es ja Fahrer, die ausgerechnet am gleichen Tag zur gleichen Veranstaltung fahren wollen!

Besitzt man ein Länder- oder Schönes Wochenend-Ticket, so fallen am gültigen Tag in der Regel am Zielort für den Nahverkehr keine weiteren Kosten mehr an. Man kann also vor der Veranstaltung oder einem Museumsbesuch kostenlos auf Entdeckungstour in der Stadt herumfahren. Und so rechnen sich die Welcomecards, die von vielen Städten als Nahverkehr-Tagestickets für Touristen herausgegeben werden (8), auch nur, wenn man sich dort ein ganzes Wochenende aufhält, vielleicht einige der Ermäßigungen nutzen will, oder wenn man mit dem Auto angereist ist.

1 www.zeit.de/kulturanzeigen/index

2 www.eventim.de/cgi-bin/Tinfo.dll

3 http://reiseauskunft.bahn.de/bin/query.exe/dn?

4 http://persoenlicherfahrplan.bahn.de/bin/pf/query-p2w.exe/dn

5 www.bahn.de/-S:PtVOR9:ekC-WtNNq@smsNNNNRpM/p/view/
preise/regional/uebersicht.shtml

6 www.ticket-teilen.de

7 www.geldsparen.de/inhalt/reisen/mitfahrzentralen.php?
openmenue=18&opensub=499

8 www.geldsparen.de/inhalt/reisen/staedtekarten_d.php?
openmenue=18&opensub=732

Bücher aus dem Internet

15 Dezember 2006 von lebenswert

Dieser Traum ist so alt wie der Computerbildschirm, der Traum, Computertechnik könne das Medium Buch ersetzen. Alle paar Jahre wird ein neues Gerät propagiert, das “wie ein Buch lesbar” sein soll. Allein – die Geräte finden keine Leser. Man kuschelt sich nicht auf ein Sofa, um auf einem Laptop oder einem Handheld einen Roman zu lesen.

Was an Texten und Buchinhalten im Internet gesammelt ist, ist darum auch kaum zum Schmökern gedacht, es dient dem Durchsuchen, Nachschlagen, auch wissenschaftlichen Verarbeiten. Zahlreiche Universitäten und freiwillige Arbeitsgruppen wie Gutenberg.org haben inzwischen zigtausende an Textquellen vom literarischen Klassiker, Expeditionsbericht bis hin zu alten medizinischen Arbeiten ins Netz gestellt. Allen gemeinsam ist, dass sie in der Regel vor 1900 erschienen, also copyrightfrei sind. Ein einheitliches Internet-Publikationsformat gibt es allerdings nicht, manche Texte sind PDF-Files, andere HTML geschrieben oder auch Scans von alten Buchseiten. Einen guten Überblick über den Inhalt dieser Internet-Bucharchive gibt Digitalbookindex (1), es enthält auch die Titel des Gutenberg-Archivs.

Google hat sich darüberhinaus vorgenommen, den gesamten Buchbestand einiger großer amerikanischer Universitätsbibiliotheken zu scannen und im Internet einsehbar zu machen. Das Projekt schreitet voran, aber nicht alle Bücher sind aufgrund ihres Copyright-Status als Bücher mit Vollansicht vollständig zu durchblättern und durchsuchen (2). Es lohnt sich also schon, bevor man per Fernleihe ein älteres Buch anfordert, zunächst in den genannten Internet-Archiven nachzuschlagen, ob dort der Buchtext vorliegt.

Aktuelle, zeitgenössische Werke findet man im Internet jedoch selten, allein Handbücher, etwa zur Computertechnik und Programmierung, oder Gebrauchsanweisungen zu technischen Geräten werden oft auch als PDF zum kostenlosen Download und Ausdruck angeboten. Sachbücher wie die gemeinsam produzierten Wikibooks (3) haben noch experimentellen Charakter, sind aber teilweise durchaus nutz- und lesbar.

Mehr als drei, vier Seiten auf dem Bildschirm zu lesen, ist für die Augen nicht erträglich. Will man also einen längeren Text oder den gesamten Buchtext durchstudieren, so ist es gut ihn auszudrucken. Um Papier zu sparen, ist der einfachste Weg, den Druck auf Querformat und Mehrseitendruck (2 auf 1) einzustellen, ein Probedruck zeigt die Lesbarkeit. Man kann dann die halbe Seitenanzahl drucken, das Papier umdrehen und auf der Rückseite die zweite Hälfte drucken. Besser aber ist es, das Ganze so auszudrucken, dass man es auch wie ein Buch heften und blättern kann (4). Lädt man einen Internet-Text in OpenOffice, so kann man ihn problemlos als Broschüre ausdrucken. Hefte bis 32 Seiten (das sind 8 DINA4-Seiten) sind noch handlich. Ist ein Text länger, so sollte man ihn in mehrere Hefte von je 32 Seiten aufteilen.

Alle aktuellen auf dem Buchmarkt lieferbaren Bücher sind nicht nur in Buchhandlungen, sondern auch im Internet bei Unternehmen wie Amazon oder Libri.de erhältlich. Dabei bietet Amazon, das ist außergewöhnlich, nicht nur druckfrische, sondern zugleich auch gebrauchte Ausgaben an. Wider Erwarten hat mit dem Internet gerade der Handel mit preisreduzierten, gebrauchten oder antiquarischen Büchern enorm an Übersicht und Umfang gewonnen. Für Bücherliebhaber mit wenig Geld ist dies ein Gewinn. In den Datenbanken der Antiquariate zvab.de oder von Abebooks ist beinahe jedes Buch in gutem Zustand als Secondhand zu finden. Mit der Spezialsuchmaschine findmybook (5) sind diese, aber auch andere wichtige Internetbuchhandlungen und – antiquariate mit einer Anfrage zu durchsuchen und nach Preisen, inklusive Versandkosten, zu sortieren.

Ob ein Buch wirklich gut ist und es sich zu lesen lohnt, zeigt sich erst nach mindestens einem Jahr.” Wenn man sich von dieser Erfahrung leiten und nicht vom Marketing der Bestsellerlisten verführen läßt, kann man auch mit geringen finanziellen Mitteln an der literarischen und intellektuellen Auseinandersetzung teilnehmen: indem man ein zeitgenössisches Buch entweder in der Stadtbibliothek ausleiht, dann zurückgibt oder es gebraucht kauft, um es bei Gefallen ins Regal zu stellen. Oder es eben, weil man das Buch kein zweites Mal lesen wird, wiederum weiterverkauft. Dies ist bei Amazon ohne großen Aufwand zu organisieren (6), und anders als bei einer Ebay-Auktion zu einem Verkaufspreis möglich, den man selbst festlegt.

1 www.digitalbookindex.org

2 http://books.google.de

3 http://de.wikibooks.org/wiki/Kategorie:Fertiges_Buch

4 www.ooowiki.de/B%C3%BCchleinDrucken

5 www.findmybook.de

6 http://www.amazon.de/gp/help/customer/display.html?nodeId=3366381