Man kann es sich kaum vorstellen, aber die Hälfte aller Autofahrten sind unter als 5 Kilometern. Dabei spart es nicht nur Geld,
sondern erhöht auch die Lebensqualität, wenn man kürzere Strecken zu Fuß geht oder mit dem Fahrrad fährt. Ziele bis zu 1,5 km sind innerhalb von 20 Minuten ohne Schwierigkeiten zu Fuss zu erreichen. Für Strecken bis zu 5 km (ebenfalls innerhalb von 20 Minuten) ist das Fahrrad das ideale Verkehrsmittel . Es ist schnell, wendig und verbraucht keinen teuren Sprit. Gleichzeitig hält es den Benutzer fit und gesund.
Bei längeren Strecken sind dagegen Bus, Straßen- und U-Bahn eine gute Alternative zum Auto. Die öffentlichen Verkehrsmittel können durchaus preiswert, schnell und bequem sein. Informationen zu den einzelnen örtlichen Nahverkehrsunternehmen kann man im Nahverkehrswegweiser (1) finden. Man sollte sich über das Streckennetz, das in der Regel durch Verkehrsverbünde über den eigenen Ort hinausreicht, kundig machen und die Tarife, die Preise der Einzeltickets und der speziellen Angebote, studieren. Nur wenige Städte haben Sozialrabatte für Alg II-Empfänger. In fast allen Städten aber gibt es besondere preisreduzierte Monatstickets für Leute über 60 Jahre oder Leute, die ab 9 Uhr außerhalb der morgendlichen Verkehrsspitzen fahren können. Aber checken Sie, ob man diese Tickets auch auf eine andere Person übertragen kann und ob man mit ihnen am Wochenende oder abends auch andere Personen mitnehmen kann. Denn bei monatlichen Preisen zwischen ca. 35 bis 45 Euro rechnen sich diese Karten nur, wenn man sie zu zweit, mit einem Partner im gleichen Haushalt, nutzen kann.
Der Regelsatz für einen AlgII-Empfänger kalkuliert monatlich etwa 20 € Mobilitätskosten ein, und man sollte, wenn man mit dieser staatlichen Leistung auskommen will und muss, auch mit dieser Höhe planen. Dies schafft man allerdings nur, wenn man sich vor allem mit dem Fahrrad bewegt und den öffentlichen Nahverkehr nur sparsam und gezielt nutzt. Kauft man regelmäßig gleich zu Beginn des Monats Einzeltickets im Wert von etwa 20 € (beispielsweise in Düsseldorf drei Vierertickets à 6,90, zusammen 20, 70 €), dann entwickelt man ein gutes Gefühl dafür, wie oft man im Monat die Straßenbahn nutzen kann und wieviel Tickets jeweils bis Monatsende noch übrig sind.
Alles was regelmäßig anfällt, etwa der Einkauf im Verbrauchermarkt oder in der Drogerie, der Besuch in der Stadtbibliothek oder beim Sportverein, dies sollte man in einem Radius von höchstens 5 km suchen und mit dem Fahrrad erledigen. Weiss man nicht, wo im Umkreis ein Aldi oder der nächste Augenarzt ist, so kann man dies in der Lokalen Suche von Google (2) inzwischen besser als in den Gelben Seiten herausfinden. Man definiert die eigene Adresse als Standard-Standort, schreibt in das Unternehmen-Eingabefeld das Stichwort “Augenarzt” und erhält auf einem übersichtlichen Stadtplan Adressen und Telefonnummern der umliegenden Augenärzte, die jeweilige Entfernung in Kilometern und falls gewünscht eine ausdruckbare (Fahrrad-) Route zu diesem Augenarzt. Die einzelnen gesuchten Adressen, Routen und Stadtplan-Ausschnitte kann man bei Google speichern und damit für den schnellen Zugriff verfügbar machen.
Sucht man dagegen die Routen des öffentlichen Nahverkehrs, so kann man neben der “erweiterten Suche” der Bundesbahn, die ebenfalls die innerstädtischen Verbindungen enthält, auch die Delfi-Fahrplanauskunft (3) einsetzen, die Verbindungs-Daten aller deutschen Nahverkehrsunternehmen enthält. Man trägt Standortadresse und Zieladresse ein und erhält eine aktuelle Auskunft, die den Weg per Bahn und Bus, die notwendigen Fußwege und Umstiegsorte umfasst. Bei einigen Nahverkehrsunternehmen ist diese Fahrplanauskunft zur besseren Orientierung auch mit einem Stadtplan verknüpft.
Im erweiterten Dialog der Delfi-Fahrplanauskunft sind auch Wünsche zu definieren, wie Mobilitätseinschränkung (kann keine festen Treppen benutzen) oder der Wunsch, das Fahrrad mitzunehmen. Denn die meisten Unternehmen des öffentlichen Nahverkehrs gestatten gegen eine Gebühr die Fahrradmitnahme außerhalb der Verkehrsspitzen (d.h. Mo.-Fr. nach 9.00 Uhr und grundsätzlich am Wochenende). Damit ist die Mobilität von allen, die in erster Linie radfahren, auch bei plötzlich schlechtem Wetter gesichert.
Bleibt nur noch, wenn man sich ohne Auto – zu Fuß, mit Rad und öffentlichem Nahverkehr bewegt, das Transport-Problem. Viele Menschen machen ihre Einkäufe allein deshalb mit dem eigenen Auto, weil ihnen der Warentransport sonst zu beschwerlich erscheint. Doch es gibt Alternativen. Gerade schwere oder sperrige Waren werden von vielen Geschäften nach dem Kauf auf Wunsch angeliefert – in der Regel gegen einen kleinen Aufpreis. Oder man annonciert den Transportwunsch (4). Für kleinere Transporte, stehen auch die Taxis zur Verfügung. Den täglichen, regelmäßigen Einkauf jedoch kann man ohne größere Probleme zu Fuß in Rucksack oder Rolltasche und mit dem Rad in Satteltaschen, Körben oder Radanhängern nach Hause transportieren.
Musikgruppe, die man unbedingt einmal live sehen wollte, tritt nur einmal in der Region auf – und das achtzig Kilometer entfernt. Es gibt immer wieder Gründe und auch Lust, den eigenen Wohnort zu verlassen und sich für eine Veranstaltung ins Umland zu bewegen. Ohne Auto geht das nicht, klagen manche. Mit wenig Geld in der Tasche sei man einfach unbeweglich. Nun, – jede Woche wird man es sich nicht leisten können, aber mit der Bahn ist eine Tagestour kein “Luxus”.
paar Jahre wird ein neues Gerät propagiert, das “wie ein Buch lesbar” sein soll. Allein – die Geräte finden keine Leser. Man kuschelt sich nicht auf ein Sofa, um auf einem Laptop oder einem Handheld einen Roman zu lesen.